Brieftauben im Datentransport
(Editiert und verändert
am 06.08.2011)
Irgendwo in den Tiefen des Internet machte jemand spöttelnd den Vorschlag, Daten mit Brieftauben zu übermitteln. Ein anderer zeigte auf, was diese Täubchen alles können. Da bekam ich einen Schreck: Mit Hilfe von Brieftauben, einer gehobenen Klasse unter der Ratten der Lüfte, könnten Terrorristen heimlich Daten übermitteln und erhalten. Nicht auszudenken, wohin das alles führen kann!
Lage:
Für den Transport sensibler Daten kann ein Brieftauben-Transportweg eingerichtet werden. Diese Tiere können, je nach Art, fast jeden Winkel der Welt erreichen. Ab und zu bringen sich der Sender und der Empfänger ein paar ihrer Täubchen vorbei, und die geheime Datenübertragung ist gesichert. Eventuelle Datenverluste sind gering. Dem Vogel ist's egal, ob er einen Liebesbrief oder einen verschlüsselten Microchip mit Schlüssel/Daten transportiert. Das Ganze ist zwar ein uralter Kommunikationsweg, aber es gibt auch heute noch interessante Anwendungsmöglichkeiten.
2 Beispiele:
Irgendwo in den Tiefen des Internet machte jemand spöttelnd den Vorschlag, Daten mit Brieftauben zu übermitteln. Ein anderer zeigte auf, was diese Täubchen alles können. Da bekam ich einen Schreck: Mit Hilfe von Brieftauben, einer gehobenen Klasse unter der Ratten der Lüfte, könnten Terrorristen heimlich Daten übermitteln und erhalten. Nicht auszudenken, wohin das alles führen kann!
Lage:
Für den Transport sensibler Daten kann ein Brieftauben-Transportweg eingerichtet werden. Diese Tiere können, je nach Art, fast jeden Winkel der Welt erreichen. Ab und zu bringen sich der Sender und der Empfänger ein paar ihrer Täubchen vorbei, und die geheime Datenübertragung ist gesichert. Eventuelle Datenverluste sind gering. Dem Vogel ist's egal, ob er einen Liebesbrief oder einen verschlüsselten Microchip mit Schlüssel/Daten transportiert. Das Ganze ist zwar ein uralter Kommunikationsweg, aber es gibt auch heute noch interessante Anwendungsmöglichkeiten.
2 Beispiele:
- Ein Mutterkonzern und seine Tochterfirma müssen
täglich zwischen Aachen und Brüssel Daten
transportieren. Unbefugte sollen mit ihnen nichts
"anfangen" können.
Es ist üblich, solche Daten zu verschlüsseln. Verschlüsselte Daten können zwar abgegriffen werden, aber ohne den Schlüssel ist das Datenpaket wertlos. Der sichere Transport des Schlüssels ist das eigentliche Problem. Für so ein Brief- oder Daten-Täubchen ist das kein Problem. Einen kleinen am Fuß oder auf dem Rücken befestigten Speicherchip transportiert eine Brieftaube aus Brüssel sicher und zuverlässig von Aachen in die belgische Hauptstadt. 80 Kilometer kann sie in einer Stunde locker zurücklegen. Da sie auf dem kürzesten Weg zum Heimatschlag zurückkehrt, muss sie ca. 120 km weit fliegen. Dazu braucht sie anderthalb Stunden. Solange fährt man auch mit dem PKW von A. nach B.
- Die 16-jährige Leyla aus Wuppertal hat sich unsterblich in 17-jährigen Jonas aus Düsseldorf verliebt. Vater Achmed und Vater Erich sind gegen diese Liebe. Aus religiös-ideologischen Gründen und überhaupt ... . Beide Väter haben ein Kontaktsperregesetz erlassen und ihre Kinder vom Internet getrennt. Beide Väter schnüffeln in den Notebooks ihres verliebten Nachwuchses herum. Was ist zu tun, wenn alle Netze reißen?
Die Brieftaube hilft und ersetzt den Postboten.
Leyla und Jonas gehen zu einem der jeweils örtlichen Brieftaubenzüchter und schildern ihr Problem. Da Brieftaubenzüchter durchaus ehrgeizige Leute und manchmal auch hilfsbereit sind, vor allem bei "Romeo und Julia Geschichten", können sie ihre Täubchen zwischen Düsseldorf hin und her fliegen lassen. Sie transportieren einen kleinen USB-Stick mit 1 GB Speicherkapazität ziemlich sicher zum Zielort. Auf ihm lassen sich zahlreiche Liebesschwüre speichern.
Allerdings werden 2 - 3 % dieser durchaus auch leckeren Tiere von Raubvögeln abgegriffen und verspeist. Einige wenige verirren sich auch.
Jetzt hat natürlich jeder erkannt, dass Brieftauben immer erst vom Heimatschlag an den Absendeort gebracht werden müssen. Hat man das jedoch geschafft, kann eine ziemlich sichere Kommunikation betrieben werden. Du meinst, das Ganze sei eine blöde Idee?
Im Jahr 1938 wurde hierzulande dem jüdischen Teil der Gesellschaft die Brieftaubenzucht verboten. Die Betroffenen wurden dadurch von einer damals noch vorhandenen Kommunikation per "Brieftauben-Post" ausgeschlossen.
Selbstverständlich werden Tauben auch heute noch als Datentransportmittel eingesetzt. Vielleicht nicht in Deutschland, anderswo schon.
-------------------------------------------------------------
Es wird weitergehen!
Im Jahr x nach Ausbruch des Kampfes gegen den Terror wird ein vom Bundesinnenministerium vorgelegter Gesetzesentwurf mit großer Mehrheit verabschiedet. Zuvor hatte der Bundesinnenminister erläutert, was das Gesetz regelt.
1. Brieftaubenzüchter müssen einen amtlichen BTZ-Schein besitzen. Die Registernummer ihrer Tauben muss durch diese Nummer erweitert sein und elektronisch lesbar sein.
2. Die Zucht einzelner Brieftaubenarten unterliegt der staatlichen Aufsicht.
3. Der Aufbau einer Taubenpost ist genehmigungspflichtig. Geheimdienste, Verfassungsschutz, BND und Militärs sind davon ausgenommen.
4. Der Erwerber einer Brieftaube muss im Besitz einer gültigen Brieftauben-Absende-Befähigung (BritauAbseBef) sein.
5. Der Einsatz einer Brieftaube als Transporttier unterliegt der staatlichen Regelung. Die Bewegungsdaten einer Brieftaube müssen elektronisch erfasst und 6 Monate gelagert werden.
6. Die Transportware einer Brieftaube muss eindeutig deklariert sein. Eine Zusammenfassung des Inhalts muss in den EU-Sprachen und Türkisch, Russisch, Chinesisch, Arabisch beigefügt sein.
7. Der Ex- und Import von Brieftauben ist meldepflichtig.
8. Eine Bundesfalknerei wird errichtet. Sie ist dem BuMi für innere Sicherheit unterstellt.
Der BuiMi führte aus:
Nachdem Online-Durchsuchungen sich nicht als effektives Mittel im Kampf gegen den Terror erwiesen haben, haben weitere Ermittlungen ergeben, dass Brieftäubchen immer mehr zum Transport von Datenpaketen eingesetzt werden. Es stehe zu befürchten, dass auch Terroristen diese bislang nicht beachtete aber dennoch lebendige Kommunikationswege für ihr finsteres Treiben nutzen könnten. Dem wolle man mit Regelungen zuvorkommen, um die Bevölkerung vor sozusagen kriminellen Brieftauben (KriBriTau) zu schützen. Nur überprüfte und befähigte Leute dürften/sollten Absender einer datenbeladenen Brieftaube sein. Sie sind haftbar für Schäden, die ihre Luftratte verursacht oder in Zukunft verursachen könnte. Es sei denkbar, dass der große Terrorfürst auf diese Weise Handykarten aus Deutschland zugestellt bekäme. Es sei ja bekannt, dass bestimmte Arten von Brieftauben durchaus 1000 Kilometer zurücklegen könnten. Daher müsse der Einsatz, Handel, Export und Import von Brieftauben strengstens geregelt und überwacht werden. Nachdem auch die Industrie taubengerechte Speichermedien als Massenware anböte und dadurch die Terrorgefahr immer mehr steige, sei politischer und gesetzgeberischer Handlungsbedarf entstanden. - Man könne sich durchaus vorstellen, dass über solche Wege Computerviren heimlich und unbemerkt ins Land oder aus ihm heraus geschmuggelt werden könnten. Dagegen müsse man sich schützen. Friedliche Taubenzüchter seien auch nicht betroffen. Man wolle nur die schwarzen Schafe unter ihnen ausfindig machen. Er freue sich, dass diese Gesetze nun auch ohne Fraktionszwang mit der erforderlichen 2/3.-Mehrheit beschlossen worden seien. Seinen Gegnern stellte er die berühmten Brieftauben Cher Ami und G.I.Joe vor Augen um aufzuzeigen, was Brieftauben in Terrorhänden alles leisten können.
Deshalb müssten die Abwehrkräfte, die Ermittlungsbehörden u.s.w.u.s.f. in die Lage versetzt werden, Terrortauben unschädlich zu machen und verdächtige Tiere abzufangen. Eine Bundesfalknerei könne die dazu notwendigen Raubvögel züchten. Das sei auch nichts Neues. Die Herrscher Arabiens und viele Araber mit ihnen züchten diese Vögel mit Inbrunst, meinte der BuiMi. Auch sei es so, dass der Weltmarkt von Falken leergefegt sei. Andere Länder wären schon viel weiter in der Terrorabwehr und hätten die Terror-Brieftaubenplage im Griff. Er wies auch auch die vorbeugende Wirkung des Auftreten eines Falken hin. So würden in Wien von eigens zu diesem Zweck eingesetzten Falken von bestimmten Gebäuden die Tauben mit ein paar Tagen Wirksamkeit befreit. Wenn er auf dem Dach seines Ministeriums eine Taube sähe, dann wäre er froh zu wissen, dass es eine erfasste Brieftaube sein müsse. Dies alles garantiere die notwendige Sicherheit. Dann bedankte er sich noch bei den Grünen, die sich durch das Zugeständnis einer Falknerei imstande sahen, dem Gesetz zuzustimmen.
(Bebilderter Text als PDF)
Es ist üblich, solche Daten zu verschlüsseln. Verschlüsselte Daten können zwar abgegriffen werden, aber ohne den Schlüssel ist das Datenpaket wertlos. Der sichere Transport des Schlüssels ist das eigentliche Problem. Für so ein Brief- oder Daten-Täubchen ist das kein Problem. Einen kleinen am Fuß oder auf dem Rücken befestigten Speicherchip transportiert eine Brieftaube aus Brüssel sicher und zuverlässig von Aachen in die belgische Hauptstadt. 80 Kilometer kann sie in einer Stunde locker zurücklegen. Da sie auf dem kürzesten Weg zum Heimatschlag zurückkehrt, muss sie ca. 120 km weit fliegen. Dazu braucht sie anderthalb Stunden. Solange fährt man auch mit dem PKW von A. nach B.
- Die 16-jährige Leyla aus Wuppertal hat sich unsterblich in 17-jährigen Jonas aus Düsseldorf verliebt. Vater Achmed und Vater Erich sind gegen diese Liebe. Aus religiös-ideologischen Gründen und überhaupt ... . Beide Väter haben ein Kontaktsperregesetz erlassen und ihre Kinder vom Internet getrennt. Beide Väter schnüffeln in den Notebooks ihres verliebten Nachwuchses herum. Was ist zu tun, wenn alle Netze reißen?
Die Brieftaube hilft und ersetzt den Postboten.
Leyla und Jonas gehen zu einem der jeweils örtlichen Brieftaubenzüchter und schildern ihr Problem. Da Brieftaubenzüchter durchaus ehrgeizige Leute und manchmal auch hilfsbereit sind, vor allem bei "Romeo und Julia Geschichten", können sie ihre Täubchen zwischen Düsseldorf hin und her fliegen lassen. Sie transportieren einen kleinen USB-Stick mit 1 GB Speicherkapazität ziemlich sicher zum Zielort. Auf ihm lassen sich zahlreiche Liebesschwüre speichern.
Allerdings werden 2 - 3 % dieser durchaus auch leckeren Tiere von Raubvögeln abgegriffen und verspeist. Einige wenige verirren sich auch.
Jetzt hat natürlich jeder erkannt, dass Brieftauben immer erst vom Heimatschlag an den Absendeort gebracht werden müssen. Hat man das jedoch geschafft, kann eine ziemlich sichere Kommunikation betrieben werden. Du meinst, das Ganze sei eine blöde Idee?
Im Jahr 1938 wurde hierzulande dem jüdischen Teil der Gesellschaft die Brieftaubenzucht verboten. Die Betroffenen wurden dadurch von einer damals noch vorhandenen Kommunikation per "Brieftauben-Post" ausgeschlossen.
Selbstverständlich werden Tauben auch heute noch als Datentransportmittel eingesetzt. Vielleicht nicht in Deutschland, anderswo schon.
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Es wird weitergehen!
Im Jahr x nach Ausbruch des Kampfes gegen den Terror wird ein vom Bundesinnenministerium vorgelegter Gesetzesentwurf mit großer Mehrheit verabschiedet. Zuvor hatte der Bundesinnenminister erläutert, was das Gesetz regelt.
1. Brieftaubenzüchter müssen einen amtlichen BTZ-Schein besitzen. Die Registernummer ihrer Tauben muss durch diese Nummer erweitert sein und elektronisch lesbar sein.
2. Die Zucht einzelner Brieftaubenarten unterliegt der staatlichen Aufsicht.
3. Der Aufbau einer Taubenpost ist genehmigungspflichtig. Geheimdienste, Verfassungsschutz, BND und Militärs sind davon ausgenommen.
4. Der Erwerber einer Brieftaube muss im Besitz einer gültigen Brieftauben-Absende-Befähigung (BritauAbseBef) sein.
5. Der Einsatz einer Brieftaube als Transporttier unterliegt der staatlichen Regelung. Die Bewegungsdaten einer Brieftaube müssen elektronisch erfasst und 6 Monate gelagert werden.
6. Die Transportware einer Brieftaube muss eindeutig deklariert sein. Eine Zusammenfassung des Inhalts muss in den EU-Sprachen und Türkisch, Russisch, Chinesisch, Arabisch beigefügt sein.
7. Der Ex- und Import von Brieftauben ist meldepflichtig.
8. Eine Bundesfalknerei wird errichtet. Sie ist dem BuMi für innere Sicherheit unterstellt.
Der BuiMi führte aus:
Nachdem Online-Durchsuchungen sich nicht als effektives Mittel im Kampf gegen den Terror erwiesen haben, haben weitere Ermittlungen ergeben, dass Brieftäubchen immer mehr zum Transport von Datenpaketen eingesetzt werden. Es stehe zu befürchten, dass auch Terroristen diese bislang nicht beachtete aber dennoch lebendige Kommunikationswege für ihr finsteres Treiben nutzen könnten. Dem wolle man mit Regelungen zuvorkommen, um die Bevölkerung vor sozusagen kriminellen Brieftauben (KriBriTau) zu schützen. Nur überprüfte und befähigte Leute dürften/sollten Absender einer datenbeladenen Brieftaube sein. Sie sind haftbar für Schäden, die ihre Luftratte verursacht oder in Zukunft verursachen könnte. Es sei denkbar, dass der große Terrorfürst auf diese Weise Handykarten aus Deutschland zugestellt bekäme. Es sei ja bekannt, dass bestimmte Arten von Brieftauben durchaus 1000 Kilometer zurücklegen könnten. Daher müsse der Einsatz, Handel, Export und Import von Brieftauben strengstens geregelt und überwacht werden. Nachdem auch die Industrie taubengerechte Speichermedien als Massenware anböte und dadurch die Terrorgefahr immer mehr steige, sei politischer und gesetzgeberischer Handlungsbedarf entstanden. - Man könne sich durchaus vorstellen, dass über solche Wege Computerviren heimlich und unbemerkt ins Land oder aus ihm heraus geschmuggelt werden könnten. Dagegen müsse man sich schützen. Friedliche Taubenzüchter seien auch nicht betroffen. Man wolle nur die schwarzen Schafe unter ihnen ausfindig machen. Er freue sich, dass diese Gesetze nun auch ohne Fraktionszwang mit der erforderlichen 2/3.-Mehrheit beschlossen worden seien. Seinen Gegnern stellte er die berühmten Brieftauben Cher Ami und G.I.Joe vor Augen um aufzuzeigen, was Brieftauben in Terrorhänden alles leisten können.
Deshalb müssten die Abwehrkräfte, die Ermittlungsbehörden u.s.w.u.s.f. in die Lage versetzt werden, Terrortauben unschädlich zu machen und verdächtige Tiere abzufangen. Eine Bundesfalknerei könne die dazu notwendigen Raubvögel züchten. Das sei auch nichts Neues. Die Herrscher Arabiens und viele Araber mit ihnen züchten diese Vögel mit Inbrunst, meinte der BuiMi. Auch sei es so, dass der Weltmarkt von Falken leergefegt sei. Andere Länder wären schon viel weiter in der Terrorabwehr und hätten die Terror-Brieftaubenplage im Griff. Er wies auch auch die vorbeugende Wirkung des Auftreten eines Falken hin. So würden in Wien von eigens zu diesem Zweck eingesetzten Falken von bestimmten Gebäuden die Tauben mit ein paar Tagen Wirksamkeit befreit. Wenn er auf dem Dach seines Ministeriums eine Taube sähe, dann wäre er froh zu wissen, dass es eine erfasste Brieftaube sein müsse. Dies alles garantiere die notwendige Sicherheit. Dann bedankte er sich noch bei den Grünen, die sich durch das Zugeständnis einer Falknerei imstande sahen, dem Gesetz zuzustimmen.
(Bebilderter Text als PDF)