Merkwürdige Ansichten eines Vaters
Wehe den Söhnen , die solche Väter haben
Fluch den Vätern, die ihre Söhne so behandeln!
Fluch den Reichen, die keine Barmherzig
kennen.
Euer Reichtum wird ein Ende nehmen,
wenn euer Denken und Handeln bekannt wird
Der Vater in dieser Geschichte ist eine
„konstruierte Figur“, aber die ihm hier
in die Taste gelegten Worte spiegeln einen konkreten
Fall wieder. Übereinstimmungen mit lebenden Personen
sind rein zufällig; alle Abkürzungen
deuten nicht
auf Realnamen oder
Orte hin. Die Figur des Vaters spiegelt einen
Menschen, dem Rücksichtnahme ein Fremdwort ist.
Aufgrund seiner sehr erfolgreichen beruflichen
Karriere zählt er zu den Unbelehrbaren, und er ist
völlig beratungsresistent. Der Vater sieht alles nur
durch die Brille Geld. Sollte sich ein Vater
wiedererkennen, so ist dies bedauerlich und tragisch
für den Betreffenden. Ein Blick in den Spiegel wäre
dann notwendig.
Alle Texte sind aus dem Internet gefischt, ihr
Wahrheitsgehalt ist nicht überprüfbar.
Der Sohn ist im wahrsten Sinne des Wortes Opfer, und
seine Heilung erweist sich als überaus schwierig.
Dies liegt vor allem daran, weil der Sohn eine starke
(und erklärbare) Vaterbindung verinnerlicht hat.
Leider sieht der Vater alles nur durch die Brille
Geld.
Dieser Arbeitstext dient zu Lehrzwecken.
Der Arbeits-/Interessengruppe werden zusätzliche
Informationen gegeben.
(Internetforum)
Vater:
Ich bin 51 Jahre alt, ein zielstrebiger,
erfolgreicher und angesehener Geschäftsmann, in
zweiter Ehe verheiratet, habe ein Töchterlein und bin
eigentlich zufrieden mit dem Leben. Aber es gibt
Schwierigkeiten mit meinem nun 19-jährigen Sohn aus
erster Ehe.
Mit meiner ersten Frau habe ich Pech gehabt. Wir
hatten geheiratet, weil dieses Kind unterwegs war.
Nach kurzer Zeit stellte sich aber heraus, dass wir
nicht zusammenpassten. Nachdem dieser Sohn geboren
war, hatten wir nur noch heftigen Streit, der nicht
nur verbal geführt wurde. Es kam zur Scheidung mit
einem Rosenkrieg, den ich meinem ärgsten Feind nicht
gönne. Meine Ex wollte nur Geld, Geld und nochmals
Geld. Der Sohn wurde ihr zugesprochen, obwohl sie ihn
nicht mochte. Ich erzwang per Gerichtsbeschluss, dass
ich ihn wöchentlich 4 Stunden bei mir haben
durfte.
Als er in die Schule kam, gab es die ersten
Schwierigkeiten. Er verstand sich nicht mit den
anderen Kindern und griff sie auch tätlich an, sodass
ein Psychologe eingeschaltet werden musste. Dieser
diagnostizierte depressive Störungen und behauptete,
mein Sohn habe grosse soziale Schwächen im Umgang mit
anderen. Er sollte auf eine Sonderschule. Das konnte
ich aber per Anwaltsbeschluss verhindern. Danach
änderte sich sein Verhalten. Er zog sich laut Angaben
meiner Ex zwar immer auf sein Zimmer zurück, aber er
war froh, wenn er sich mit mir treffen konnte. Ich
habe ihn dann auch häufiger mit auf Reisen genommen,
bei denen es ihm an nichts mangelte. Wir hatten ein
sehr gutes Verhältnis.
Das änderte sich, als er in die Pubertät kam. Ich kam
nicht mehr an ihn heran, was sich dadurch erschwerte,
dass er in schlechte Kreise kam und kiffte. Nach der
Berufsfachschule hat sich die Situation nun
verschärft. Nun feiert er krank und will immer wieder
Geld von mir. Seinen Chef kann ich nur dank meiner
Beziehungen zu ihm davon abhalten, dass er ihm
kündigt. Eine Psychologin hat ihm eingeredet, er habe
eine Depression und empfiehlt sogar eine Klinik.
Ich kann nur sagen, er ist faul und will sich auf
meine Kosten ein gutes Leben machen. Er scheint auch
in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken, obwohl
ich ihm 400 CHF/Monat Taschengeld zahle. Kürzlich ist
er bei seiner Mutter ausgezogen. Als Begründung sagte
er, sie habe ihn nur noch beschimpft. Ich habe aber
die Befürchtung, dass er schwul sein könnte, denn er
ist zu einem Freund gezogen. Was kann ich machen?
Soll ich ihm den Geldhahn zudrehen? Er ist ja
volljährig. Ich habe keine Lust, ihn weiter zu
unterstützen. Ich hasse seine Faulheit.
Kann mir hier jemand weiterhelfen?
A1w:
Hast Du jemals in Erwägung gezogen, dass Dein Sohn
tatsächlich psychische Probleme haben könnte?
A2w:
Dein Text klingt sehr lieblos.
Hast
du mal überlegt, warum sich mit der Pubertät alles
änderte? Fing er da selber an zu denken? Warum war
das Vertrauen weg? Was hast DU getan?
Ich stell dir auch diese Frage: Hast du jemals
in Erwägung gezogen, dass Dein Sohn tatsächlich
psychische Probleme haben könnte?
Wichtig ist es jedenfalls, dass du deinen Sohn
anfängst, zu respektieren und zu lieben. Und ihm das
dann auch noch zu zeigen.
Kannst du dies überhaupt???
A3w:
Was wäre denn so schlimm dran, wenn dein Sohn schwul
wäre?
ich denke aber, dein Sohn braucht wirklich
Hilfe.
A4w:
Das klingt nach einer sehr lieblosen und traurigen
Sicht auf den eigenen Sohn. Wieso bist du dir so
sicher, was mit deinem Sohn los ist (also dass er nur
faul ist, dass die Depression nur eingeredet ist)? Du
scheinst doch nicht sehr viel an seinem Leben
teilzuhaben?
A4n:
Ich glaube nicht, dass sein Verhalten etwas mit
Faulheit zu tun hat.
Vermutlich hat er psychische Schwierigkeiten, grade
wenn er bei seiner Mutter sein musste, welche ihn
nicht mochte (das ist grausig,hat ihm vielleicht
psychisch sehr geschadet)
Wie soll er denn ein gutes Bild über Frauen bekommen
?
Auch der grosse Streit zwischen dir und deiner Frau
wird ihm als Kind wahrscheinlich geschadet haben, so
etwas wirkt sich grade später bei einem Jugendlichen
negativ aus..
Es ist gut und wichtig, dass er von seiner Mutter
wegzog..
Versuch zu ihm ein Vertrauensverhältnis zu ihm
aufzubauen...unternimm etwas nettes mit ihm, sei
freundlich zu ihm, lobe ihn auch mal,versuch ihn zu
stärken....(auf jeden Fall solltest du ihn nicht
beleidigen und dich abwertend zu ihm verhalten)
Das Geld würde ich ihm auch weiter zahlen, aber er
sollte eine gute Therapie machen..
Ich denke,dass es stimmt,dass er Depressionen
hat.
Er wird deine Zuneigung, Bestätigung, Aufmerksamkeit,
Zeit und Liebe noch mehr brauchen als dein Geld. Aber
vielleicht hast du ja nur Geld?
Vater:
Ich habe die Diagnose gelesen. Die Psychologin
(Psychiaterin) will nicht mir reden, weil mein Sohn
es nicht will. Aber ich halte auch nicht viel von
dieser Art Menschen. Mein Sohn ist nicht verrückt.
Ich gebe ihm gute Ratschläge, aber er hält sich nicht
daran.
Ich bin nicht lieblos. Aber ich weiss nicht weiter.
Am liebsten würde ich ihm die 400 € auch nicht
mehr geben. Er ist nun alt genug und muss auf eigenen
Beinen stehen. Und wie gesagt, er muss ja nur so
handeln, wie ich es ihm sage.
Ich bin mir nicht bewusst anders gehandelt zu haben,
als vorher. Aber ich habe den "Kontakt" zu ihm
verloren. Wir telefonieren zwar, aber er hört nicht
auf mich. – In meiner Familie gab es nie
psychische Probleme.
A4n:
Ich vermute auch,dass ihm in seinem ganzen
Leben die Liebe, Einfühlungsvermögen,
Verständnis, Warmherzigkeit, positiver Umgang und
Liebe fehlte.
Dadurch kann jemand depressiv, antriebsschwach und
lustlos werden. ... Und wie hätte er bei seiner
Geschichte (zerstrittene Eltern,schwierige Mutter )
soziale Kompetenzen erlernen sollen ?
Wenn du etwas dafür tust, dass sich eure Beziehung
verbessert und liebevoller wird, hätte er viel
bessere Chancen etwas beruflich auf die Reihe zu
kriegen..
Versuch mal sein Verhalten zu verstehen...
A5w:
Wie alt war dein Sohn, als du dich von deiner ersten
Frau getrennt hat und was hat er von euren
Auseinandersetzungen (du schreibst, dass der Streit
"nicht nur verbal" geführt wurde) mitbekommen? Hatte
er je die Chance, mit euch über das Erlebte zu reden
oder es mit Hilfe von Aussenstehenden zu verarbeiten?
Für mich hört sich das alles so an, als ob er von
Anfang an das Gefühl bekommen hat, nicht gewollt zu
sein – er ist schuld, dass deine erste Frau und
du heiraten musstet, obwohl es nicht passt. Er wurde
als Mittel der Mutter benutzt um Geld zu erhalten,
von "falschen Freunden" dann die Aufmerksamkeit
bekommen, die er von euch nicht erhalten hat und
damit abgerutscht.
Ihm jeden Monat 400 CHF zu überweisen ist zwar nett
von dir und erleichtert sicherlich dein Gewissen, ich
denke, hinter seinem Verhalten stecken aber ganz
andere Nöte.
Wann hast du dich das letzte Mal mit ihm ernsthaft
unterhalten? Vermittelst du ihm den Eindruck, dass es
für dich ein Problem ist, wenn er schwul wäre?
Drehst du ihm einfach kommentarlos den Geldhahn zu,
kann ich mir gut vorstellen, dass er Hass auf dich
entwickelt (du nimmst ihm das Einzige, was er von dir
noch erhält), komplett dicht macht und du gar keinen
Weg mehr hast, überhaupt einen Draht zu ihm
aufzubauen.
A6n:
Vielleicht liebst du ihn auch, aber du schreibst über
ihn sehr abwertend,hart und lieblos..
Du solltest Therapeuten oder Psychologen nicht
verachten. Deine Meinung über sie zeugt nicht von
deiner Klugheit, eher von grosser Dummheit.
Vater:
- Ich mag Schwule nicht. Ich halte das nicht für
normal. Er kann ja Hilfe von mir bekommen. Dann muss
er aber endlich arbeiten. Das muss ich auch.
- Er machte immer schon Ärger. Ich glaube auch, dass
meine Ex ihn negativ beeinflusst hat. Seit ein paar
Jahren kommt er nur noch zu mir, wenn ich ihn
herbeizitiere. Ich glaube nicht, dass er wirklich
krank ist.
- Als ich mich damals mit meiner Ex stritt, war er
noch sehr klein. Ich kann kein Vertrauensverhältnis
zu ihm aufbauen, wenn er so bleibt, wie er ist. Geld
war bisher auch kein Problem. Er hat alles bekommen,
was er wollte. Er stand sich viel besser als andere
Kinder. An Geld hat es ihm nicht gemangelt. Aber er
muss jetzt ernsthaft werden.
Wie soll ich ihn respektieren, wenn er so ist, wie er
jetzt ist? Ich konnte mir solche Ausfälle nie
erlauben.
Jetzt scheint er auch nicht mehr genug zu essen,
obwohl er es früher gerne tat. Aber er war schon
immer wählerisch.
A7w:
Diese ganzen Aussagen ey.. das erinnert mich sooo
sehr an meinen eigenen Vater .. könnt ich echt
Erbrechen ....
Vater: "Vielleicht liebst du ihn auch, aber du
schreibst über ihn sehr abwertend, hart und
lieblos."
Ich habe ihn früher lieb gehabt. Aber er liebt mich
vermutlich nicht. Ich habe den Verdacht, dass er nur
an meinem Geld interessiert ist. Sollte er schwul
sein, dann habe ich tatsächlich Schwierigkeiten mit
ihm.
A8w:
Ohje, ich denke, zunächst solltest du über dich
selber und deine Einstellung zu psychischen Problem,
Psychiatern und anderen Lebenswegen als deinen
nachdenken.
Nur weil du deinen Weg (offensichtlich erfolgreich)
gegangen bist, heisst es nicht, dass der deines
Sohnes auch so aussehen muss. Er hat ja gesehen,
wohin es führt – Streit mit der 1. Frau (was
war da tatsächlich wenn's nicht nur verbal war),
keine Akzeptanz in sozialen Gefügen und oft die
Reduzierung auf Geld.
Ja, es hat ihm an nichts gefehlt, was man für Geld
kaufen kann. Aber scheinbar hat das ja nicht
gereicht.
Dein Sohn ist heute das Ergebnis einer jahrelanger
Entwicklung, an der
DU als
Vater massgeblich Teil hast. Dass er heute so ist,
wie er nun mal ist, hast du mit beeinflusst und daher
solltest du deinen Sohn so annehmen wie er ist.
Wahrscheinlich merkt er, wie unzufrieden du mit ihm
bist, stell dir vor, er ist tatsächlich schwul (und
er wird sicher deine altmodische Meinung über Schwule
kennen), glaubst du nicht, dass er jemanden braucht,
der ihn unterstützt, sich seinen Vorlieben offen zu
stellen? Er wird eh so unsicher sein, dass sich die
Ablehnung des eigenen Vaters sicherlich nicht positiv
auf ihn auswirken wird.
Und wenn er schwul sein sollte (was du überhaupt
nicht weiss [Mod: und was auch nicht feststeht]),
dann wirst du mit deinen Spielchen (er muss erwachsen
werden, er muss nur das tun, was ich ihm sage...)
sicher nicht dazu bringen können, heterosexuell zu
werden. Also freunde dich vorsorglicherweise schon
mal damit an, dass er homosexuell sein könnte.
A9w:
Zitat: „Ich habe die Diagnose gelesen. Die
Psychologin (Psychiaterin) will nicht mir reden, weil
mein Sohn es nicht will.
Aber ich halte auch nicht viel von dieser Art
Menschen. Mein Sohn
ist nicht verrückt. Ich gebe ihm gute Ratschläge,
aber er hält sich nicht daran.“
Ehrlich
gesagt bin ich grade etwas fassungslos und weiss
nicht, ob ich dir wünschen soll, dass du selber mal
die Hilfe "dieser Art Menschen" benötigst.
Welche Vorstellung hast du von Psychiatern? Die
Zeiten der Zwangsjacke sind vorbei...
Zitat:
„Die Psychologin (Psychiaterin) will nicht mir
reden, weil mein Sohn es nicht will.“
Sie
darf nicht
mit dir reden, weil dein Sohn es nicht will. Er ist
volljährig.
Zitat:
„Und wie gesagt, er muss ja nur so handeln, wie
ich es ihm sage.“
Als
Elternteil denkt man immer, man weiss was gut für
sein Kind ist und will nur das Beste, aber hast du
mal überlegt, wie dein Sohn sich dabei fühlen
könnte?
Ich kenne das von mir selber, als ich in meinem Leben
eine Durchhängerphase hatte. Das letzte, was ich
wollte und gebrauchen konnte, waren die Ratschläge
meiner Eltern anzunehmen, nur damit hinterher mit
triumphierendem Lächeln behauptet werden konnte:
siehst du...!
Mag sein, dass deine Ratschläge für seine Situation
die vernünftigsten sind, nur manchmal müssen (wir)
Kinder erstmal auf die Schnauze fallen und unsere
eigenen Erfahrungen sammeln, bevor wir guten
Gewissens zugeben können, dass wir mal besser auf die
Eltern gehört hätten.
Zitat:
„Aber ich habe den "Kontakt" zu ihm
verloren“
Bitte
verbessere mich, wenn es anders sein sollte!
Ein Treffen bzw Telefonat zwischen euch stelle ich
mir so vor, dass sie meistens aus deinem Bestreben
heraus stattfinden. DU reitest die ganze Zeit auf
seinen Problemen herum (weil du dir Sorgen machst,
das verstehe ich) und er antwortet einsilbig oder
ausweichend.
Überlege vielleicht mal, ob es für dich akzeptabel
wäre zu sagen: Junge, du hast Probleme, aber wenn du
Hilfe brauchst und darüber reden willst, bin ich für
dich da, doch lassen wir das Thema jetzt, gehen wir
lieber Bierchen trinken/Kino/Bowling, was auch
immer.
Ich denke, je mehr du ihn dazu drängst, seine
Probleme nach deiner Art zu lösen, desto mehr wird er
sich zurückziehen und den Kontakt zu dir einstellen.
Ganz einfach aus dem Grund, weil ihm die Treffen
unangenehm werden und seinem Selbstwertgefühl wohl
auch nicht grade gut tun, denn wer bekommt schon
gerne ständig erzählt, was in seinem Leben schief
läuft?
Vater:
Zitat: "Wie soll er auf eigenen Beinen stehen, wenn
du ihm vorschreiben willst, wie er zu handeln hat?
Warum muss er so handeln, wie du das willst?
Vielleicht ist das nicht der richtige Weg für deinen
Sohn?"
Er kann dann auf eigenen Beinen stehen, wenn er
beruflich etwas auf die Beine stellt. Dazu kann er
mich als Beispiel nehmen. Kürzlich habe ich nochmals
einen Anlauf gemacht und wollte ihn mit auf eine
Geschäftsreise nehmen. Das hat er abgelehnt. Er könne
mich nicht ertragen, hat er mich angeschrien. Dabei
habe ich alles auf solchen Reisen für ihn getan.
Mancher in seinem Alter wäre froh, wenn er soviel
Luxus geboten bekäme.
Ich gebe zu, dass ich ihn in letzter Zeit sehr
schnell anschreie. Er nervt mich mit seinem
Lebensstil einfach.
A10w:
Zitat:
„Ich habe den Verdacht, dass er nur an meinem
Geld interessiert ist.“
Mehr
hast offensichtlich auch nicht zu bieten. Warum
sollte er zu Dir kommen?! Es ist offensichtlich, dass
Du genauso wenig Interesse an seinem Leben hast,
solange er nicht so funktioniert, wie Du es gerne
hättest.
A11w:
Zitat:
„Ich habe die Diagnose gelesen. Die Psychologin
(Psychiaterin) will nicht mir reden, weil mein Sohn
es nicht will. Aber ich halte auch nicht viel von
dieser Art Menschen. Mein Sohn ist nicht verrückt.
Ich gebe ihm gute Ratschläge, aber er hält sich nicht
daran.“
Er hat
Probleme, er kommt nicht klar, Psychologen, Therapien
können helfen. Es ist völlig wurscht, ob du
Psychologen gut findest, oder welche Vorurteile du
der Psychologie entgegenbringst. Du willst, dass es
deinem Sohn besser geht, also akzeptiere die
Psychologin als mögliche Hilfe.
Mein Vater hat die gleiche Einstellung wie du, aber
mir hat eine einfache Therapie sehr geholfen. Da ist
nichts dabei – ich habe es halt (wie leider
viele andere Dinge auch) vor ihm verheimlicht. Wenn
du die Art und Weise wie er ist (die Hilfe die er
sich sucht, sogar die sexuelle Orientierung), derart
verurteilst, dann ist es doch logisch, dass er sich
vor dir verschliesst. Übrigens lehnt mein Vater
psychologische Hilfe in erster Linie beim eigenen
Nachwuchs ab – bei ihm ist es einfach die
Angst, dass der Therapeut in der Vergangenheit Dinge
thematisieren könnten, die gut verschlossen sein
sollten und die – erneut ausgegraben –
die Beziehung zu ihm schädigen könnten.
Zitat:
„Ich bin nicht lieblos. Aber ich weiss nicht
weiter. Am liebsten würde ich ihm die 400 CHF auch
nicht mehr geben. Er ist nun alt genug und muss auf
eigenen Beinen stehen. Und wie gesagt, er muss ja nur
so handeln, wie ich es ihm sage.“
Vielleicht
hat er nicht gelernt auf eigenen Beinen zu stehen.
Weil es ihm finanziell immer gut ging. Wei er SELBST
nicht weiss, was ihm gut tut – weil er nur das
tun muss, was andere ihm
sagen.
Zitat:
„... er machte immer schon Ärger. Ich glaube
auch, dass meine Ex ihn negativ beeinflusst hat. Seit
ein paar Jahren kommt er nur noch zu mir, wenn ich
ihn herbeizitiere. Ich glaube nicht, dass er wirklich
krank ist.“
Er
machte immer schon Ärger – weil er sehr klein
war, als ihr euch getrennt hab. Eine unschöne
Trennung? Gewalt? Das macht IMMER was mit dem Kind,
auch wenn man das nur allzu gerne komplett auf
die/den Ex schiebt, auch wenn man sich das nicht
eingestehen möchte. Hast du ihn mal gefragt, ob/wie
es ihm damit ergangen ist so aufzuwachsen? Warum bist
du so überzeugt, dass er gesund ist? Trotz Diagnose?
Was spricht GEGEN eine Depression? Du musst doch
solide Gründe für deine Meinung haben (ausser, dass
du es dir sehr wünschst).
Zitat:
„Ich kann kein Vertrauensverhältnis zu ihm
aufbauen, wenn er so bleibt, wie er ist.“
Du
kannst auch kein Vertrauensverhältnis zu ihm
aufbauen, wenn DU so bleibst wie DU bist. Wenn du
willst, dass ihr euch aufeinanderzubewegt, dann musst
du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass dein Sohn
nicht ist wie du, nicht die Dinge tut, die du dir
wünschst, nicht handelt wie du es verlangst und
vielleicht nicht mit Frauen schläft. Es ist doch
absurd zu denken: "Er muss nur sein, wie ich ihn
will, dann würden wir uns schon verstehen"
Zutat:
„wie soll ich ihn respektieren, wenn er so ist,
wie er jetzt ist? Ich konnte mir solche Ausfälle nie
erlauben.“
Er ist
nicht du. Was hat Respekt damit zu tun? Den bekommt
er nur, wenn er ist wie du?
Zitat:
„Jetzt scheint er auch nicht mehr genug zu
essen, obwohl er es früher gerne tat. Aber er war
schon immer wählerisch.“
Vielleicht
weil er ein Problem hat?
Ich möchte dich nicht angreifen, versteh mich nicht
falsch – aber für dich scheint die Situation so
klar zu sein, dass du nicht einmal versuchst deinem
Sohn auf Augenhöhe zu begegnen, dich in ihn
hineinzuversetzen. Wie kannst du denn so über ihn
urteilen, wenn du das nicht kannst? Wenn du –
wie du selbst sagst, schon lange keinen Draht zu ihm
hast? Das ist, was ich nicht verstehe...
A12w:
Zitat: Ich habe die Diagnose gelesen. Die Psychologin
(Psychiaterin) will nicht mir reden, weil mein Sohn
es nicht will.“
Ist
auch gut und richtig so. Grade Psychologen achten
peinlich genau auf die ärztliche Schweigepflicht,
weil das Durchsickern von Informationen an Dritte
verheerende Folgen für den Betroffenen haben
kann!
Zitat:
Aber ich halte auch nicht viel von dieser Art
Menschen.“
Sprichst
du immer so über andere? So abschätzig?
Es ist wurscht, was du über diese Art Menschen
denkst, Fakt ist, dass Psychotherapie oft der einzige
Ausweg aus der Krise für Betroffene ist.
Krankenkassen bezahlen ja nicht aus Spass an der
Freude für Gesprächstherapien, sondern weil es
erwiesenermassen hilft.
Zitat:
„Mein Sohn ist nicht verrückt.“
Da bin
ich ja mal gespannt, wie du dir den klassischen
"Verrückten" vorstellst... Dein Sohn ist definitiv
nicht verrückt, aber vermutlich
psychisch krank
Zitat:
„Ich gebe ihm gute Ratschläge, aber er hält
sich nicht daran.“
Kennst
du den Spruch "Ratschläge sind auch Schläge"? Dein
Sohn muss das beste für sein Leben tun, und nicht
das, was dir als Vater grad so gefällt. Depressive
ignorieren nicht aus Bösartigkeit die Tipps von
aussen, sondern, weil sie die Welt ganz anders
wahrnehmen als ein Gesunder. In der akuten Depression
kann man das Gute am Leben, Ziele, nicht mehr sehen,
stattdessen erscheint einfach alles sinnlos und leer.
Glaubst du echt, man fühlt sich gut, wenn man sieht,
wie Gleichaltrige ihr Leben scheinbar so einfach
meistern und man selbst hat schon damit zu kämpfen,
die blosse Existenz auszuhalten? Aber man braucht
einfach die ganze Kraft, die man noch hat, um über
den Tag zu kommen.
Zitat:
„Ich bin nicht lieblos. Aber ich weiss nicht
weiter. Am liebsten würde ich ihm die 400 CHF auch
nicht mehr geben. Er ist nun alt genug und muss auf
eigenen Beinen stehen. Und wie gesagt, er muss ja nur
so handeln, wie ich es ihm sage.“
Du
kommst aber sehr lieblos rüber. Vater-Sein hört nicht
mit dem 18. Geburtstag des Kindes auf, Vater ist man
ein Leben lang. Dafür hat man ja Familie, damit man
in den Momenten aufgefangen wird, wenn man selbst
nicht mehr weiterkommt.
Zitat:
„Und wie gesagt, er muss ja nur so handeln, wie
ich es ihm sage.“
NOCHMALS:
Psychische Erkrankungen gehen oft mit einer starken
Einschränkung der Wahrnehmung einher. Machst du einem
Blinden Vorwürfe, weil er nicht sieht, obwohl du ihm
ja so tolle Beschreibungen von der Natur gegeben
hast?
In
meiner Familie gab es nie psychische Probleme.
Was
willst du uns damit sagen, "Von mir kann er diese
schlechten Eigenschaften nicht haben"?
A13w:
Dein Thread beginnt mit „Ich
bin 51
Jahre alt, ein zielstrebiger, erfolgreicher und
angesehener Geschäftsmann, ...“
für
mich zuviel
Selbstlob..................Selbstverherrlichung, denn
eigentlich interessiert es niemanden, die Probleme
deines Sohnes stehen im Vordergrund.
Zitat:
„Mit meiner ersten Frau habe ich Pech gehabt.
Wir hatten geheiratet, weil
dieses Kind
unterwegs war.“
Und
dieses sogenannte Pech hast du auf dein Kind
übertragen.
Du schreibst ausführlich was du für deinen Sohn getan
hast, bezieht sich aber nur auf materielle
Zuwendungen.
Hast du ihm einmal gezeigt, dass du ihn liebst, dass
er jeder Zeit zu dir kommen kann?
Nicht nur 4 Stunden!
Das was dein Sohn bisher vermisst hat ist Liebe und
Zuneigung.
Die Trennung von seiner Mutter war sicher der
richtige Schritt, aber jetzt bist du gefragt ihm den
richtigen Weg zu zeigen.
Setzt euch zu einem Gespräch zusammen, erkläre ihm
den Weg, den er jetzt gehen könnte ohne sich selbst
zu zerstören.
Ist er dazu nicht bereit, dann habt ihr als Eltern
versagt.
Vater:
Zitat: "Ein Treffen bzw Telefonat zwischen euch
stelle ich mir so vor, dass sie meistens aus deinem
Bestreben heraus stattfinden."
Ja, in der letzten Zeit ist es so. Er ruft nur an,
wenn er Geld braucht. Das habe ich ihm bisher auch
gegeben. Aber es ist ein Fass ohne Boden.
Zitat: "DU reitest die ganze Zeit auf seinen
Problemen herum (weil du dir Sorgen machst, das
verstehe ich) und er antwortet einsilbig oder
ausweichend."
Ja, ich nenne die Probleme beim Namen. Wäre er nicht
so faul, wäre alles anders. Er kann, wenn er will.
Das hat mir sein Chef bestätigt. Der war bisher auch
ganz zufrieden mit ihm. Aber seit einem Jahr läuft
auch da manches schief. Er konzentriert sich nicht
auf seine Arbeit.
Zitat: "Überlege vielleicht mal, ob es für dich
akzeptabel wäre zu sagen: Junge, du hast Probleme,
aber wenn du Hilfe brauchst und darüber reden willst,
bin ich für dich da, doch lassen wir das Thema jetzt,
gehen wir lieber Bierchen trinken/Kino/Bowling, was
auch immer."
Das habe ich getan. Es hat aber nichts genutzt. Beim
letzten Treffen hat er auch einen Typen (Freund)
mitgebracht. Der erschien mir auch nicht sauber zu
sein (schwul?). Auf meine entsprechenden Anspielungen
reagierten beide komisch.
Ich denke, meine Ex hat ihn verdorben. Die war auch
nur auf Geld aus. und hat sich auf meine Kosten ein
schönes Leben gemacht. Allerdings soll sie auch
ziemlich viel getrunken haben.
Zitat: "Setzt euch zu einem Gespräch zusammen,
erkläre ihm den Weg, den er jetzt gehen könnte ohne
sich selbst zu zerstören."
Das habe ich gestern versucht. Aber er hat
abgeblockt. Er wollte diesen Freund mitbringen. Das
habe ich abgelehnt, weil dieser mich kürzlich
telefonisch genervt hat. Als ob der wüsste, was
meinem Sohn gut tut.
Zitat: "Ist er dazu nicht bereit, dann habt ihr als
Eltern versagt."
Ich denke eher, dass er ein Versager ist.
-
Im Übrigen ist meine jetzige Frau auch nicht mehr willens zu akzeptieren, dass ich meinen Sohn unterstütze. Als gläubige orthodoxe Christin ist sie der Meinung, dass meine jetzige Familie jeden Rappen braucht, um standesgemäss über die Runden zu kommen. Auch sie weiss, dass Depressionen nur schwache und faule Menschen trifft.
Leider muss ich erkennen, dass ihr alle anderer Meinung seid. Ich beende daher diese Diskussion. Ich will überhaupt nichts wissen, ihr seid einfach nur freche und dumme Gutmenschen. Es gibt eben Invalide und Behinderte, die nicht arbeiten können. Da kann man nichts machen. Soll er zum Sozialamt gehen! Die sind für solche Leute zuständig. Mein Sohn wird ohne mich zurecht kommen müssen. Er ist volljährig und ich aus der Verantwortung. So einfach ist das.
(Quelle)