Dank Bibel besserer Durchblick - Auf der Suche nach Gott

Ein junger Bursche hatte, warum auch immer, ein Hang zur kath. Kirche. Bis zu seinem 14. Lebensjahr hatte der übliche Religionszwang sein Leben beherrscht. Er konnte seine Konfirmation nicht abwehren, aber danach war Schluss. Nie wieder Kirche! Nie wieder Christentum! Die Christen gefielen ihm nicht, ihr Auftreten, ihr Umgang miteinander, ihre Streitereien. Er hatte einige Bemerkungen darüber im Laufe der Zeit aufgeschnappt. Jedenfalls schien die Sache für ihn gegessen. Eine Frage jedoch ging ihm ab und zu durch den Kopf, die nach Gott. Er hielt das für nicht wahrscheinlich. Aber er ging der Frage auch nicht ernsthaft nach, andere waren viel wichtiger. Beispielsweise die, wie er sein Leben „auf die Reihe“ bekäme. Da lag einiges im Argen.

Gibt es einen Gott?

Dies änderte sich schlagartig, als er die ersten eigenständige und eigenverantwortlichen Schritte im Leben machen musste.
Ein kleines Erlebnis, welches hier nicht erzählt werden muss, führte zu einem Vorsatz, zu einer „Wegbestimmung“. „Wenn es einen Gott gibt,“ so sagte er sich, „dann muss er zu finden sein!“ Aber wie? Die Bibel ist der richtige Weg, dachte er sich intuitiv. Er schränkte aber vorsichtshalber ein: ein möglicher Weg. So stellte er die Weichen seines Lebens und machte sich auf seinen neuen Weg.
Die Auswahl derjenigen Christen, bei und mit denen er die Suche durchführen wollte, fiel selbstverständlich auf eine „wahre Kirche“ mit der „richtigen“ Bibel.

Anfang

Kaum hatte er sich entschieden, fühlte er sich wie magisch von dem Jesus, der ihm bei ihnen ständig begegnete, angezogen. Jedenfalls war dieser Schritt in das Unternehmen „Gottsuche“ ein für den nun jungen Mann ein Wendepunkt des Lebens.
Im Gepäck aus seiner Kindheit hatte er eine schwer zügelbare Neugier und ein tiefes Misstrauen gegenüber Autoritäten. Die Neugier saß wie ein Stachel im Fleisch, manchmal wurde sie verhängnisvoll. Sein Problem mit den Autoritäten hatte er einfach im Griff. Sein Motto lautete: Soviel wie nötig - sowenig wie möglich. Es gab nur eine Autorität, die er anerkannte. Sie hieß Jesus. Das war anfangs ziemlich schwierig, denn die Autoritäten wussten mehr über diesen Jesus - jedenfalls behaupteten sie das manchmal. Wenn sie sagten, dieses oder jenes sei „schlechte“ oder verbotene Literatur, so las er sie erst recht. Er hatte Respekt vor den religiösen Vorgesetzten, aber keine Angst. Allerdings waren sie für ihn wie Panther, denen man besser nicht den Rücken zudreht, wenn sie zu nahe sind. Den Spruch „Gehe nicht zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen würst!“ beherzigte er wie möglich.

Vorgesetzte waren für ihn wie ein notwendiges Übel. Er bestimmte seine wirklichen Lehrer, seine religiösen Mentoren selbst.

Das Ganze, die „Gottsuche“, begann mit einer „Lernorgie“, der er sich mit Wonnen hingab. Er lernte „seine wahre Kirche“ kennen, mit allem Drum und Dran. Er lernte ihre Glaubenswahrheiten und machte sich in Sachen Bibel fit. - Gut, dass er anfangs nicht wusste, welche Lernabenteuer ihm bevorstanden. Am Schluss hatte er eine Menge Wissen und Können erworben, um sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, was in der Bibel „geschrieben“ steht oder was nicht.

Berufen

Fortan hatte er Jesus auf seiner Seite. Ja, er fühlte sogar diese Beziehung, Er fühlte die Nähe dieses Jesus, der stets und ständig um ihn herum war. Er lebte bewusst nach der Bibel. Nächstenliebe war angesagt. Na ja, er lebte nicht ganz nach der Bibel. Dazu erschienen ihm ihre Anweisungen manchmal zu widersprüchlich. Manche Aussagen erkannte er als Irrtum, wenn er die Bibel wortwörtlich für sich und andere auslegte. Inzwischen hatte er selbstverständlich den heiligen Geist bekommen. Das glaubte er nicht nur, manchmal fühlte er es förmlich. Er war Christ, „richtiger“ Christ in der „richtigen Kirche geworden. Ob sie oder die anderen wirklich die richtigen sind, bezweifelte er zunehmend.
Dass er vom hl. Geist „beseelt“ war, betrachte er nicht als Freifahrschein und glaubte deshalb auch nicht jeden Unsinn, den seine Kirche, seine Glaubensbrüder und -schwestern von sich gaben. Allerdings trieb ihn dieser Geist oftmals in massive Konflikte mit nicht nur religiösen Autoritäten, „Predigern“, anderen „wahren“ Christen.

Schluss

Die Zwistigkeiten unter Christen störten ihn ziemlich. Er wollte dazu beitragen, Frieden unter ihnen zu schaffen, damit sie alle eins würden. Der Jesus des Evangelisten Johannes stellte diese Forderung. Aber das funktionierte nicht.

Die Gründe dazu lagen nicht nur im Bereich der menschlichen Schwächen, Eitelkeiten oder Widerwärtigkeiten, die er mit dem Mantel des Verzeihens, Vergebens und Verständnisses umhüllen konnte. Die Gründe lagen in der Bibel. Sie entpuppte sich zunehmens als Menschenwerk.

Eines Tages sah er ein, dass er Gott weder in noch mit Hilfe der Bibel gefunden hatte. 40 Jahre war er seine Wege durch die Wüsten der Religion gegangen, hatte ihre Berge erklommen, ihre Täler durchschritten, war ihren Untiefen entkommen ...
Dank Bibel war er zur Einsicht gelangt:

Da ist kein Gott!

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