Ich kenne meinen und meiner kennt mich: Online-Durchsuchung (m)eines Computers
23.Sep.2007 - 23:08 Abgelegt in: Tagesgeschehen | Computerwelten
In der momentanen Diskussion um Online-Durchsuchungen zur Terroristenabwehr ist die Rede vom Durchsuchen eines Computers und seiner Festplatte. Es stellt sich also die Frage, was in einem Computer ge- oder durchsucht werden kann.
Der Artikel in ZEIT-Online "Ich weiß, was du nicht weißt" (http://www.zeit.de/online/2007/39/ueberwachung-usa) zeigt, was Behörden gerne wissen möchten. Nun ist die behördliche Sammelwut nichts Neues, man kennt ihre Zügellosigkeiten. Ihnen Zügel anzulegen ist eines, ein anderes jedoch ist, sich der zügellosen Datensammlung bewusst zu werden, die der eigene Rechenknecht aufbaut, um seinem Herrn und Meister (schnöde: User) möglichst viele Dienstleistungen zu erbringen oder Infos zu liefern.
Der Artikel in ZEIT-Online "Ich weiß, was du nicht weißt" (http://www.zeit.de/online/2007/39/ueberwachung-usa) zeigt, was Behörden gerne wissen möchten. Nun ist die behördliche Sammelwut nichts Neues, man kennt ihre Zügellosigkeiten. Ihnen Zügel anzulegen ist eines, ein anderes jedoch ist, sich der zügellosen Datensammlung bewusst zu werden, die der eigene Rechenknecht aufbaut, um seinem Herrn und Meister (schnöde: User) möglichst viele Dienstleistungen zu erbringen oder Infos zu liefern.
Mein Computer kennt meine Freunde, Bekannten, ihre Anschriften und Adressen, ihre Geburtstage. Er kennt auch meine Chatpartner. Er merkt sich eine zeitlang alles, was ich tue: welche Programme oder Dateien ich benutze. Er kennt meine bevorzugten Internet-Ziele, was immer dann sehr praktisch ist, wenn man den Blechtrottel mit einem Klick oder zeitgesteuert beauftragt, automatisch nach Neuem Ausschau zu halten. Damit ich mich schnell in meinen Bild- und Videodateien zurecht finden kann, hat sich (m)ein PC eine Menge an Infos einverleibt. Er merkt sich schon, was ich gern höre. Er soll sich das ja auch merken. Selbstverständlich merkt er sich auch, wann ich an den Bildern herumgewerkelt habe. Wenn ich ein Bild einer Kategorie zuweise, dann merkt er sich das. Ähnlich ist es mit den Musikkonserven. Selbstverständlich hat er die sauber aufgelistet. Er weiß, was er bunkert. Weiter kennt er meine Radiostationen. Es weiß sogar, welche Musikart die liefern. Damit er schnell und möglichst sicher den Weg ins Internet findet, weiß (m)ein Knecht, wo die Schlüssel hängen und welche er nehmen muss. Ein seit mehr als einem Vierteljahrhundert gefütterter Datenbunker sagt ebenso viel über den User aus, wie sein Bücherbrett oder die Bücherwand, sein Kleiderschrank oder Getränkekühlschrank. Jeder weiß, dass dies mit Musik- und Bildersammlungen ebenso ist.
Damit ich schnell und gezielt auf meine gesammelten Werke nebst meiner Kommentare und Notizen dazu zugreifen kann, hat der Computer den ganzen Speicherplatz "erfasst", indiziert. Selbst den Papierkorb kontrolliert er. Da er sich dankenswerterweise die Mühe macht, ein paar unterschiedliche Bestandslisten zu betreiben, liefert er mir bei der Suche nach dem Stichwort Sonne die Infos, dass im morgigen Wetterbericht das Wort Sonne vorkommt, Er verweist auf Sonnenauf- und -untergangsbilder, 5 Musikstücke, die zumindest im Titel die Sonne enthalten, und ein paar Dateien, die sich mit dem Thema Zeitablauf und Zeitmessung beschäftigen.
Den Gang an den Briefkasten nimmt er mir auch ab. Anschließend sortiert er die Post und gibt Standlaut oder Zeichen, wenn "Post angekommen ist.. Er kennt meine Chat-Partner und meldet, wenn sie sich sehen lassen. Selbstverständlich kennt er die Finanzplanung, die Vorbereitungen für den nächsten Urlaub, die privatesten Notizen ... Es ist halt mein Computer.
Aber was dem Einen dient, kann von einem Anderen auch genutzt werden, ohne dass der Blechtrottel das merkt. Der eigene Vorteil vermittelt auch einem Eindringling einen guten Überblick. Aus diesem Grund sollte man auf seinen Computer aufpassen und sein Notebook am Mann oder im Blick haben. Man sollte auch wissen, welche Dateien besser nicht angeklickt werden. Stubenarrest mit vernagelten Türen und Fenster nach dem Motto "Er darf nicht ins Internet ..." macht einen Computer nicht sicherer und kastriert ihn. Das sollte man mit einem streunenden Kater machen. Ein Computer muss lediglich wissen, wohin er ohne nachzufragen gehen darf. Der User muss lediglich (Note 4-) wissen, dass dann Daten ausgetauscht werden.
Warum sollte man auf die Vorteile dieser modernen Kommunikationszentrale verzichten? Etwa nur um Spähern, Kundschaftern, Spionen, Spannern und Ermittlern aus dem Weg zu gehen? Ich wollte darauf nicht verzichten. Mit ist aber auch klar: Wer in meinem Computer ist, ist bei mir in der Wohnung. Ganz nah bei mir.
Ein heimliches Eindringen in einen persönlichen Computer ist ein Einblick in den Privatbereich einer Person. In meinem Computer lagern meine Notizen. Sie sind von mir und für mich gedacht. Die Deutehoheit liegt bei mir. Sie sind nicht für einen Dritten konzipiert. Ich lasse in ihnen auch Dampf ab. In die Kochrezepte soll auch keiner reinschauen. Dass ich diesen oder jenen Sound gebunkert habe, den ich selbst unter Peinlichkeiten abgelegt habe, muss auch kein Dritter wissen. Ein Fragebogen mit gesammelten Antworten in Sachen Sexualkunde schlummert im Bauch des PC. Der Jahrgang und die Klasse ist vermerkt. Das Teil muss auch keinem anderen in die Finger fallen.
Online-Durchsuchungen sollten niemanden erlaubt sein, auch Ermittlern nicht. Die Nachteile, die entstehen werden, wenn man Online-Durchsuchungen erlaubt, stehen in keinem Vergleich zu den Vorteilen, die den Ermittlern in den Schoß fallen werden. - Es scheint sehr schwer zu sein, aus der Vergangenheit zu lernen.
Damit ich schnell und gezielt auf meine gesammelten Werke nebst meiner Kommentare und Notizen dazu zugreifen kann, hat der Computer den ganzen Speicherplatz "erfasst", indiziert. Selbst den Papierkorb kontrolliert er. Da er sich dankenswerterweise die Mühe macht, ein paar unterschiedliche Bestandslisten zu betreiben, liefert er mir bei der Suche nach dem Stichwort Sonne die Infos, dass im morgigen Wetterbericht das Wort Sonne vorkommt, Er verweist auf Sonnenauf- und -untergangsbilder, 5 Musikstücke, die zumindest im Titel die Sonne enthalten, und ein paar Dateien, die sich mit dem Thema Zeitablauf und Zeitmessung beschäftigen.
Den Gang an den Briefkasten nimmt er mir auch ab. Anschließend sortiert er die Post und gibt Standlaut oder Zeichen, wenn "Post angekommen ist.. Er kennt meine Chat-Partner und meldet, wenn sie sich sehen lassen. Selbstverständlich kennt er die Finanzplanung, die Vorbereitungen für den nächsten Urlaub, die privatesten Notizen ... Es ist halt mein Computer.
Aber was dem Einen dient, kann von einem Anderen auch genutzt werden, ohne dass der Blechtrottel das merkt. Der eigene Vorteil vermittelt auch einem Eindringling einen guten Überblick. Aus diesem Grund sollte man auf seinen Computer aufpassen und sein Notebook am Mann oder im Blick haben. Man sollte auch wissen, welche Dateien besser nicht angeklickt werden. Stubenarrest mit vernagelten Türen und Fenster nach dem Motto "Er darf nicht ins Internet ..." macht einen Computer nicht sicherer und kastriert ihn. Das sollte man mit einem streunenden Kater machen. Ein Computer muss lediglich wissen, wohin er ohne nachzufragen gehen darf. Der User muss lediglich (Note 4-) wissen, dass dann Daten ausgetauscht werden.
Warum sollte man auf die Vorteile dieser modernen Kommunikationszentrale verzichten? Etwa nur um Spähern, Kundschaftern, Spionen, Spannern und Ermittlern aus dem Weg zu gehen? Ich wollte darauf nicht verzichten. Mit ist aber auch klar: Wer in meinem Computer ist, ist bei mir in der Wohnung. Ganz nah bei mir.
Ein heimliches Eindringen in einen persönlichen Computer ist ein Einblick in den Privatbereich einer Person. In meinem Computer lagern meine Notizen. Sie sind von mir und für mich gedacht. Die Deutehoheit liegt bei mir. Sie sind nicht für einen Dritten konzipiert. Ich lasse in ihnen auch Dampf ab. In die Kochrezepte soll auch keiner reinschauen. Dass ich diesen oder jenen Sound gebunkert habe, den ich selbst unter Peinlichkeiten abgelegt habe, muss auch kein Dritter wissen. Ein Fragebogen mit gesammelten Antworten in Sachen Sexualkunde schlummert im Bauch des PC. Der Jahrgang und die Klasse ist vermerkt. Das Teil muss auch keinem anderen in die Finger fallen.
Online-Durchsuchungen sollten niemanden erlaubt sein, auch Ermittlern nicht. Die Nachteile, die entstehen werden, wenn man Online-Durchsuchungen erlaubt, stehen in keinem Vergleich zu den Vorteilen, die den Ermittlern in den Schoß fallen werden. - Es scheint sehr schwer zu sein, aus der Vergangenheit zu lernen.