Die Geschichte vom kranken Stiefsohn

Die Lazarus-Geschichte (Lk 16,16-31) wird hier für eine Stiefmutter nacherzählt, die sich für eine russisch-orthodoxe Christin hält. Jedenfalls tut sie so. - Christen brauchen solche Nacherzählungen, weil sie ansonsten immer wieder vergessen, wie sie nach Vorgabe ihres Herrn denken und handeln sollen. Der Hintergrund ist, dass die Stiefmutter aufgrund ihrer aufwändigen Ansprüche zum finanziellen Einkommen der Familie durch Arbeit beitragen muss. Da ärgerte es sie, dass der depressiv erkrankte Stiefsohn vom Vater finanziell unterstützt wurde. Dies hat sie allerdings mit ihren ständigen, erschreckend dümmlichen und zutiefst nichtchristlichen Ansichten unterbinden können.

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Es war einmal ein reicher Geschäftsmann, der sich und seine Frau in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag sein kranker Sohn namens Joachim, dessen Seele voller Qualen war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Wunden.

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Als nun der Kranke starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen.

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Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick meinen Sohn Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meiner Frau! Denn ich habe noch eine Tochter. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

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Dieser Bilderzyklus aus dem Codex Aureus Epternacensis auf einer Seite:

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